Und so mag an einem dieser milden Sommerabende der späten 70er Jahre des 19. Jahrhunderts gewesen sein, als sich die Herren Fontane und Wiesike nach einem guten Mahl an das Ufer des Plauer Sees setzten, die vorüberziehenden Lastkähne beobachteten und ihren Gedanken nachhingen.
So brachte der Müller die freie Zeit, die ihm sein Gewerk ließ, damit zu, in der Alten und in der Neuen Stadt Brandenburg nach erfolgreichen Händlern Ausschau zu halten.
Nun kam aber der Tag, an dem der Müller von einer Fahrt aus der Neustadt Brandenburg heimkehrte, die Familie zusammenrief und stolz verkündete, er habe den geeigneten Gemahl für seine Tochter gefunden.
Große Trauer überfiel die Maid. Noch in der nächsten Nacht stahl sie sich heimlich zu ihrem Liebsten.
Der Müller hatte nämlich dem alten Fischer Meinhardt gutes Geld geboten, wenn dessen Sohn Hannes die Müllertochter mit dem Fischerkahn nach Brandenburg bringe.
„Hier müssten sie vorbeigekommen sein“, hat er dann vielleicht gesagt und mit seinem Arm den Weg von Havel am Schloss vorbei über den See nach Südosten zu weisen lassen.
„Komm zur Abendstunde in den Krug und bringe den Pfarrer mit. Sage ihm, Du willst mit ihm auf das Gelingen der großen Fahrt anstoßen. Ich denke, ich weiß, wie es gelingen kann, Dein und das Herz Deiner Liebsten zu retten.
Von Westen her waren dunkle Wolken aufgezogen, dunkler wurde es am Himmel. Wie das Boot auf den Plauer See kam und sich mehr und mehr vom Land entfernte, grollte und donnerte es in der Ferne. Blitze zuckten. Regen kam auf.
„Die alte Frau“, sprach Wiesike, „von der ich diese Geschichte habe, erzählte, dass nach Ableben des Müllers und dessen Weib eine Frau nach Briest kam und sich als die vermisste Braut zu erkennen gab. Meinhardt habe sie mit Nachnamen geheißen und nach der Flucht von dem Boot, das sie mit Hilfe ihres Liebsten in Brand gesetzt hatte, ein schönes Leben in Möser geführt.“